La Palma, Santa Cruz, 1. Teil

Runter wischen

Am 4.2.19 hat uns Karl frühmorgens Richtung Osten verlassen.  Wir haben natürlich gebührend trompetet und sehnsüchtig gewunken, da wir leider nicht wissen, wann wir wieder aufeinander treffen werden… Es war ne tolle Zeit mit Euch! Wir wünschen Euch auf diesem Weg alles Gute, immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel und die perfekte Welle!!🦋



Am darauffolgenden Tag sind wir mit der Blue Sun Richtung Nordwesten, um die letzte der von uns noch unerforschten Kanareninseln in Angriff zu nehmen: La Palma. Wir sind um 8:00 Uhr aufgebrochen, die Sonne war bereits aufgegangen, aber es sah aus, als ob sie gleich untergehen würde:



Diese Wettererscheinung ist eine Folge des Calimas: Calima (auch Kalima) ist eine Wetterlage mit Ostwind auf den Kanarischen Inseln, die vereinfacht als „Sandwind aus Afrika“ beschrieben werden kann. (Bild und Text aus Wikipedia). Das erklärte auch die Staubschicht auf der Tiger Blue, den etwas getrübten Ausblick aus den Fenstern und die beige gefärbten Leinen und Falle. Das bedeutet leider, daß da mal wieder richtig Deckschrubben angesagt ist..

Mit anfänglichen 20 knoten Südostwind konnten wir zuerst segeln, dann hat der Wind gedreht bis wir schlußendlich mit Nordwestwind ohne Motor nicht ausgekommen sind. Nach 44 sm sind wir in der Hauptstadt Santa Cruz angekommen. Wie in San Sebastián auf La Gomera liegt hier vor dem Segelhafen ein Fähr-, Container- und Kreuzfahrtterminal, so daß die Durchfahrt zuerst beim Post Control angefragt werden muß. Nachdem wir freie Fahrt bestätigt bekommen haben, konnten wir den eigentlichen Hafen: Marina La Palma anfunken. Hier gibt es ein Schleusentor, das den Schwell im Segelhafen verhindert, und von den Marineros zuerst geöffnet werden muss. Nach einem kurzen Stop am Anmeldesteg bekamen wir unseren Liegeplatz an einem Fingersteg zugewiesen. Erst dann konnten wir den Anlegerschluck mit der Besatzung der Blue Sun zusammen einnehmen. 

Nachdem wir in den nächsten Tagen die wunderschöne Altstadt von Santa Cruz mit ihren Sehenswürdigkeiten, Museen und dem Markt fußläufig auskundschaftet hatten, war es Zeit für einen Mietwagen für die weitere Inselerkundung.



Mit Kalle und Doris fuhren wir von Santa Cruz über eine 40 km lange serpentinenreiche Straße in  den Nationalpark Caldera de Taburiente. Am Mirador (= Aussichtspunkt) de los Andenes hatten wir den ersten Panoramablick auf die Calderas (= Vulkankrater). Für Unterhaltung sorgte hier eine Bergkrähe, die mit ihrem schwarz glänzenden Gefieder auf sich aufmerksam machte. Sie war so zutraulich, bestimmt durch das Anfüttern von Touristen, daß sie Chris sogar sein Vesper streitig machte.



Nachdem wir an den futuristischen Kuppeln der Sternobservatorien der Insel vorbei waren, kamen wir zum höchsten Punkt der Insel: dem Roque de los Muchachos auf 2426m. Dort konnten wir am Kraterrand entlang wandern und vom Gipfel der Aussichtsplattform offenbart sich ein einzigartiger Blick in den 1600m tiefer gelegenen Kraterkessel. Danach ging es weiter an die Nordwestküste der Insel: Santo Domingo. Das Bild war geprägt von zahlreichen, in voller Blüte stehenden Mandelbäumen und Drachenbäume.

Am darauffolgenden Tag war der Süden der Insel angesagt. Der erste Stop war die Cueva de Belmaco. Ein archäologisches Überbleibsel der Inselgeschichte: Hier residierte in vorspanischer Zeit ein Guanschenherrscher. Eine Stätte mit spiralförmigen Felszeichnungen, die man bei einem Spaziergang in der Höhle erahnen konnte. Im Inselführer ein empfohlener Besuch wert, was allerdings unserer Meinung eher nicht so zutrifft.

Anschließend fuhren wir bis zur Südspitze der Insel, wo sich sehr schöne Wanderwege von Caldera zu Caldera schlängeln. Hier haben wir Doris und Kalle abgesetzt. Die Beiden wollten zum Leuchtturm wandern. Wir sind mit Auto weiter zum Punta Zamora, und haben dort an einem sehr schönen schwarzen Strand auf einer einsamen Klippe gepicknickt. Später trafen wir Doris und Kalle am Leuchtturm Faro de Fuentecaliente wieder. Hier befindet sich eine noch intakte Saline, von der das Meersalz der Insel stammt. 



Auf dem Rückweg haben wir in Tazacorte stop gemacht, da sich dort der zweite Hafen von La Palma befindet, genau gegenüber von Santa Cruz auf der Westseite der Insel. Ein netter Hafen, den wir bestimmt mit der Tiger Blue noch ansteuern werden. 

Am 10.2.19 war unser erstes Ziel der Sonntagsmarkt in San Andrés! Ein Bauernmarkt, bei dem vor Allem einheimische Waren aus dem Ort angeboten wurden: Weidenkörbe, essbare Wurzeln von palmenartigen Pflanzen, selbstgemachte Schmuck, Cidre, Chorizo…und natürlich Musik zu der die Bewohner getanzt haben. 



Anschließend ging es weiter zum Charco Azul, einem der vielen Naturschwimmbäder an der Küste, die immer sehr nett angelegt sind und zum Verweilen und Baden einladen. Danach fuhren wir von der Küste ins Landesinnere und machten einen schönen Waldspaziergang entlang von Levantes (= künstlich angelegte Wasserläufe) mit dem Ziel eines weit hinten in einer Schlucht gelegenen Wasserfalls. In der Nähe gab es ein Besucherzentrum, das die Geschichte der Insel erklärte. Wie zuerst mit diesem Wasser der Anbau von Zuckerrohr gelang, und die Region zu großen Reichtum führte, dann aber die Nachfrage nach Zuckerrohr zurück ging und somit auf Bananen umgestellt wurde. Diese unglaublich großen Plantagenfelder gibt es bis heute und sind Haupteinnahmequelle von vielen Bauern. Hier eine blühende Bananenpflanze:



Am Montag sind Chris und Ich mit dem Auto nach El Paso und an der schroffen Küste wieder zurück gefahren. Am Abend waren wir bei Doris und Kalle zu einer fantastischen Paella eingeladen, und um Mitternacht haben wir auf Kalles Geburtstag angestoßen.



Am 12.2.19 habe ich mich für eine Woche von der Tiger Blue verabschiedet und habe einen Besuch in Süddeutschland gemacht. 



Der Kapitän hat diese Zeit mit einigen Schiffsreparaturen verbracht (sagt er zumindest..😂), er war in einer Zigarrenmanufaktur und es gab auch einen schweren Sturm im Hafen mit Windstärke 10, der sich mit einem Wolkenphänomen namens Lenticularis angekündigt hat.



Am 17.2.19 hat sich dann die Blue Sun Richtung Tazacorte verabschiedet, am 19.2. war die Besatzung der Tiger Blue wieder komplett und nach einem letzten Bummel durch die Altstadt von Santa Cruz sind wir am 22.2. ebenfalls nach Tazacorte aufgebrochen. Wir planten dort für eine Woche zu bleiben und dann pünktlich zum „Los Indianos de Santa Cruz“ dem berühmten Rosenmontagsumzug nach Santa Cruz zurück zu segeln.



 

1 Kommentar

  1. Liebe Martina!
    Ich freue mich immer auf die Lesezeit in deinem Blog, der so Weltklasse ist. Einen Einblick in die Kakteenvielfalt, die vielen bunten Früchte und das Gemüse hat auch die restlichen 75% meiner Familie zum staunen gebracht.
    Etwas Vulkangestein hätte ich gerne für meinen Garten bei dir bestellt :•)
    Sarahs Slam Poetry ist so fantastisch, bei dem man auch ohne Fotos toller Bilder (im Kopf) hat.
    Ja und übrigens die Kalkablagerungen im Schlauchsystem eurer Bordtoilette sahen aus wie mein Couscous-Wrap von Edeka..der sehr lecker war.
    Schmunzeln musste ich auch, als ich gelesen habe, dass nach dem Sandwind aus Afrika das „Deckschrubben“ angesagt ist.
    Dazu fällt mir ein toller Song ein vom Solokünstler Achim Reichel mit seinem Song Aloha Heja He…also holt eure Blootooth-Box raus, Musik an und los gehts.

    Danke für den wundervollen, so wundervollen Blog.
    Es ist schön, dass auch ich dabei sein darf.
    Ich wünsche euch weiterhin eine bezaubernde Zeit!

    Allerliebste Grüße aus SH
    #dieeine#

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