Faial, Horta

Runter wischen

Am Donnerstag sind wir um kurz vor 9 Uhr aus Ponta Delgada ausgelaufen. Ca. 150sm lagen vor uns, was mit ca. 30 Stunden Fahrt eine Nachtfahrt bedeutete. Mittlerweile haben wir uns so an das Blauwassersegeln gewöhnt, daß sogar die Nächte angenehm sind. Obwohl uns auf der Strecke ein Kreuzfahrtschiff entgegengekommen ist, haben wir unsere Schlafzyklen beibehalten. Welche sich von anfänglich der Reise von 15 Minuten auf mittlerweile 45 Minuten ausgedehnt haben. Somit ist die Eieruhr als Weckmittel nicht mehr zu verwenden, da diese nur auf 30 Minuten eingestellt werden kann. Aber es gibt ja Handys. Das Kreuzfahrtschiff ist uns übrigens mit einem Abstand von 2sm ausgewichen.

Am Freitag, 29.03.19 haben wir um 13:30 in Horta festgemacht. Obwohl völlig Nebensaison auf den Azoren ist, war es für den Hafenmeister nicht so einfach einen Platz für uns zu finden. Es sollte in den nächsten Tagen eine Regatta hier ankommen, die in Guadeloupe startete, in Horta Zwischenstopp macht und dann nach La Rochelle weitersegelt: https://www.defi-atlantique.com

Horta: Das Seglermekka schlechthin! Ein schöner Hafen mit einer unglaublichen Kaimauer!



Ebenfalls muss man ja das berühmte „Peter Café Sport“ erwähnen. Für jeden Segler, der in Horta ist, ein muss! Zum Einen gibt es sehr guten Gin Tonic 😉 zum Anderen trifft man sich, setzt sich zusammen und erzählt woher und wohin des Weges…und ein bisschen Seemannsgarn!



Wir haben hier Georg mit seiner SY „Hekla“ aus Bremerhaven kennengelernt, der von Kapstadt mal kurz in Horta auf seinem Weg nach Hause Zwischenstopp gemacht hat. 53 Tage non stop, einhand! Kompliment für diese Leistung! Die SY „Josephina“ aus Kiel mit Andreas und Crew aus Santa Maria haben wir auch wiedergetroffen. Und wenn schon mal in Horta haben wir uns natürlich auch verewigt:

Wir haben in „Peter Café Sport“ für unseren Clubstander des Grömitzer Segelclubs einen gebührenden Platz gefunden:



Und wir haben an der Kaimauer ein Kunstwerk hinterlassen, was uns mehrere Tage in Anspruch nahm, da es immer wieder anfing zu regnen.



Unser zugewiesener Platz im Hafen von Horta war gegenüber den Regattateilnehmern. Es war spannend, diese zu beobachten. Der Etappensieger der Regatta kam übrigens mitten in der Nacht an, somit nur von der Rennleitung und den Fotografen begrüßt. Der Platz Zwei lief erst 1,5 Tage nach dem Ersten ein, während wir beim Malen an der Kaimauer waren. Chris hat kräftig getrötet! (= ins Nebelhorn geblasen). Diese 3-“Mann”-Crew wurde von einer Skipperin geleitet! Der Dritte Platz, wieder fast 1,5 Tage später, eine 2-Mann-Crew konnten wir bei einer Radtour vom Inselberg schon von weitem sehen, und haben „Made in Midi“ mit unseren Bicycles in Etappen in den Hafen begleitet. 



Auch hier auf Faial lebten die Menschen lange Zeit vom Walfang. Es gibt auch ein Kunsthandwerk, das sehr lang Tradition hatte: Scrimshaw. Eine Gravurtechnik, bei der Walzähne und Knochen bemalt wurden. Bei dieser Technik wurden die Zähne zuerst poliert, dann das Bild eingeritzt, und anschließend die Tinte eingerieben. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde vor Allem auf den Walzähnen des Pottwales gescrimmt, da diese als Abfallprodukt des Walfangs anfielen. Diese sehr alten Exponate kann man in einer Ausstellung im Obergeschoß des Peter Café Sport sehen.



Heutzutage fehlt den Künstlern das Rohmaterial! (Zum Glück) und man versucht diese Tradition mit Kuhknochen, Geweih und auch schon mit Kunststoffen aufrecht zu erhalten.



 

1 Kommentar

  1. Salli mitenander Roland sitzt gerade bei mir im Büro.
    Wir wünschen euch noch eine angenehme Heimreise bis bald.
    Karl-Heinz und Roland

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