Holland

Runter wischen

26.6.18 – 30.06.18

wir sind um 10 Uhr von Borkum mit Hochwasser los und hatten für unseren ersten Landgang in Holland 🇱🇺 drei Optionen:

  1. Lauwersoog  (zwischen Schiermonnikoog und Ameland, zeitlich kritisch wegen Niedrigwasser und starker Dünung)
  2. West Terschelling (könnten aber erst gegen 23Uhr den Hafen anlaufen)
  3. Amsterdam (mit 142 sm: Nachtfahrt)

Da fast Vollmond war, eine nahezu wolkenfreie Nacht und 3-4 Windstärken vorhergesagt, warum also keine Nachtfahrt! Wir haben uns für Amsterdam entschieden. Hat sehr gut geklappt. Meist war die Hälfte der Besatzung am Schlafen, während die andere Hälfte Wache gehalten hat:

 

Tatsächlich ist es durch die erst kurz zurückliegende Sonnenwende hell bis ca 23:30 und ab ca. 4:00 erahnt man bereits den Sonnenaufgang. Ein eigenartiges Erlebnis, und außer dem Knarren des Schiffes und dem Wind ist es einfach ganz still! 

Wenn die eine Hälfte Besatzung nicht gerade was  will!

Um 9 Uhr morgens waren wir vor der Einfahrt Ijmuiden, am Nordseekanal nach Amsterdam. Der Norseekanal verbindet die Nordsee mit dem Ijsselmeer.

Zuerst kam ein großer Schleusenbreich, aber da für Holland das Schleusen auf dem Schiff zum täglichen to do gehört ist das alles ganz unproblematisch.

Ähnlich dem NOK gleitet man mit max. 6 kn an Häusern, Straßen und Wiesen mit Kühen vorbei:

 

Nach ca. 20 km (hier die Einheit wieder in km , da das ein Kanal, somit Binnengewässer ist) kommt man an den Hafenanlagen von Amsterdam vorbei, was an den Hamburger Hafen erinnert. Man fährt an einer unglaublichen Anzahl von  unterschiedlichsten Häfen vorbei: Amerikahaven, Usselinkshaven, Australienhaven, Cacaohaven, Alaskahaven, Mauritiushaven…..

 

Und dann waren wir da: Amsterdam! Direkt gegenüber dem Hauptbahnhof auf der anderen Kanalseite haben wir am Mittwoch, 27.06.18 um 12 Uhr mittags im Sixhaven festgemacht. Ein sehr schöner, relativ kleiner und enger Hafen, aber perfekt für die City! Gleich daneben die Fähre, die alle 4 Minuten kostenlos Fußgänger und natürlich Fahrradfahrer über den Kanal hin und her transportiert. 

Den Rest des Tages haben wir einfach nix gemacht. Es schlaucht dann doch „durchzumachen“ in unserem Alter!


28. und 29.06.18

Diese beiden Tage gehörten ganz Amsterdam: Wir sind mit unseren Klapprädern auf die Fähre und direkt in der City gelandet. Ganz ehrlich waren wir nach 2 Wochen Zweisamkeit auf dem Schiff zuerst mit dem Leben von Amsterdam etwas überfordert: Menschen ohne Ende, Fahrradautobahnen, Verkehr.. Aber sehr schnell gewöhnt man sich daran.

Amsterdam hat soooo viel zu bieten, eine unglaubliche Stadt. Und wer noch nicht da war: unbedingt mal hin!!

An was denken viele zuerst, wenn sie Amsterdam hören: Käse 🧀 , Tulpen 🌷 und Coféshop…

Das gibt es natürlich auch, aber von unseren Highlights haben wir Euch eine Fotogalerie zusammengestellt:



Was wir uns auch nicht nehmen ließen, war unsere eigene private Grachtentour  mit unserem Schlauchboot. Zwischen den ganzen Touribooten, die sich zum Teil ganz schön gestaut haben, sind wir einfach zwischendurch geflutscht!

Festgemacht am hauseigenen Steg einer netten Kneipe und direkt am Wasser gespeist! Perfekt.

Auch haben wir natürlich Käse gekauft, nur keine Tulpen. 😉


30.06.18:

Unsere nächste Etappe führte uns bereits nach Belgien 🇧🇪

Um 8:20 ging es los, zuerst die 19 km im Nordseekanal von Amsterdam zurück in die Nordsee.

Mit ablaufendem Wasser, NO Wind, 2 Windstärken und Gennakerbesegelung Richtung Süden.

An Den Haag und dem Verkehrstrennungsgebiet Rotterdamm vorbei (= Schiffsautobahn für Frachter, Tanker und Großschiffahrt, hier müssen wir im rechten Winkel passieren). Wir haben den Gennacker eingeholt, da hier zum einen sehr viel Verkehr von dicken Pötten herrscht!! und der Wind doch recht aufgefrischt hat! Unser Gennakerschot ist beim Bergen voll durchgerauscht und hat uns tatsächlich ein ca. 6 cm langes Loch durch unser  UV Schutz und Vorsegel gebrannt!  D.h.: erstmal reparieren im nächsten Hafen…

Glücklich und zufrieden sind wir nach einer weiteren Nachtfahrt am 01.07.18 nach 105 sm, morgens um 7:00 in Blankenberge, einem Belgischen Seebad angekommen.


 

2 Kommentar

  1. Wow. Das hört sich, neben den ganzen tollen Eindrücken, ja auch nach sehr harter Arbeit an… Respekt!

  2. Hallo ihr zwei,
    tolle Bilder, man kann vor Neid erblassen! Sogar die Touris haben sich gestaut! 😉 Nee, im Ernst toller Bericht und schöne Bilder. Wir freuen uns total, immer mal wieder ein bisschen Teil haben zu dürfen!
    Weiterhin viel Spaß und ganz liebe Grüße,
    Sandy und HU

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