Back in Portugal

Runter wischen

18.09.18

Seit einer Woche sind wir zurück in Portugal und wie das so ist, nach 10 Tagen Urlaub, fällt uns das Arbeiten (das Blogschreiben) wieder schwer….Aber nach einigen Nachfragen von treuen Lesern gehts jetzt wieder los:🤗

Zuerst ein kurzer Rückblick: Nach der unangekündigten Ankunft in Hamburg waren unsere Nachbarn so erstaunt, und haben direkt ein spontanes Barbecue organisiert. 🍗 Danke! 😋

Da unser Terminkalender so eng war, konnten wir einige geplanten Besuche leider nicht umsetzen. (Unser GSC in Grömitz, Ursula-de-Boor Straße, 2Z…) 😕, hoffentlich beim nächsten Mal!

Auch bekamen wir Besuch aus Süddeutschland 😉

Und natürlich das große Event: Die Traumhochzeit von Tine und Gunnar am Wedler Elbstrand!!! 👰🏻🤵🏼😍



Obwohl alle immer von dem Jahrhundertsommmer in Hamburg geschwärmt haben, fanden wir es ziemlich kühl, so daß uns der Abschied am 11.09.18 nicht schwer fiel.

Kaum im Flieger Platz genommen, war sie auch schon wieder da: die südländische Gelassenheit!

Es wurde über den Kapitän (Anmerkung der Redaktion: dieses Mal ist der Flugzeugkapitän gemeint!) per Ansage eine Verspätung durchgegeben. Er wusste aber nicht, wie lange und konnte oder wollte? den Grund auch nicht sagen (Ryanair). In Lissabon angekommen, setzte sich diese Gelassenheit fort: 1 Stunde warten aufs Gepäck, 1,5 Stunden Schlange stehen fürs Taxi (wurde uns schon vorausgesagt!), aaaaber: Wir haben Zeit!

Im Hafen angekommen empfing uns die Tiger Blue im strahlenden Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen von 33°C. Also erste Handlung: Strom anschließen, Kühlschrank zum Laufen bringen, Bier und Sekt kalt stellen. 

Den folgenden Tag benötigten wir, um die Tiger Blue wieder startklar zu machen: Wir hatten unsere Genua (das Vorsegel), das wir seit Holland provisorisch geklebt hatten, bei einem Segelmacher. Dieser hatte das Loch übernäht und am 12.09.18 uns wieder aufs Schiff gebracht. 

Am Donnerstag, 13.09.18 hieß es dann endlich wieder Leinen los. Unsere erste, kurze Etappe von 18 sm führte uns von Lissabon am Rio Tejo entlang nach Cascais, ein wundervolles Küstenstädtchen an der Flußmündung.



Hier gingen wir in der Bucht vor Anker und der Kaptän (Anmerkung der Redaktion: diesmal der – Schiffskapitän) ließ es sich nicht nehmen, endlich das Tauchequipment aufzurödeln und tauchen zu gehen!!! Die andere Hälfte der Besatzung übte sich im Standup Paddeling. Nach einem „Sporttag“ gab es am nächsten Tag Besichtigung von Land und Leuten! Cascais hat eine sehr schöne Altstadt, eine wunderschöne Parkanlage mit freilaufenden Zwerghühnern (hallo Nachbarschaft) und unzähligen Pfauen in allen Farben. Frage des Kapitäns: Kann man Pfauen grillen?



Nach 2 Tagen beschlossen wir den Anker zu lichten und weiter zu ziehen, obwohl die Wetterbedingungen mit Nebel und wenig Wind zu wünschen übrig ließen. Unser Ziel war eine Ankerbucht (empfohlen als der HotSpot der portugiesischen Ankerbuchten!).

Die Anfahrt war wegen Untiefen nicht ganz ohne, aber wir haben es ohne Grundberührung geschafft und der Anker fiel auf 6m. Wir haben uns noch gewundert, daß wir die einzigen Ankerlieger in dieser schönen Bucht sind……



Beim Anlegerbier kam auch schon ein Schlauchboot auf uns zu mit der seltsamen Aufschrift: Policia Marina. Sie kamen aber nicht auf ein Bier, sondern erklärten uns auf portugiesisch, was auch immer! Erst auf Englisch wollten wir dann verstehen, daß wir hier nicht ankern dürfen. Das komplette Küstengebiet ist seit diesem Jahr unter strengem Naturschutz und somit komplettes Ankerverbot. Sie empfehlten uns eine Bucht nordwestlich der Stadt Setúbal im Rio Sado. Hier war es natürlich nicht sooo perfekt, wie zuvor, aber auch nett.

Am anderen morgen: Nebel, Nebel, Nebel. Aber trotz allem eine geniale Stimmung:



und wir fragten uns, was fischen diese kleinen Fischerboote: einige Doraden und man glaubt es kaum: Oktopuss



Das war natürlich auch die Herausforderung für uns. Nur was nimmt man da als Köder?? In unserem perfekten Portugiesisch habe wir den Kontakt mit den einheimischen Fischern aufgenommen und siehe da: Die Verständigung klappte perfekt. Komisch, daß das bei der Marinepolizei nicht geklappt hat?? Man hat uns sogar noch mit Ködern versorgt: Krebse.

Aber der gewünschte Fang wollte sich einfach nicht einstellen. Außer einem Barsch, den wir aber wegen seiner Größe wieder „laufen“ ließen, und einigen Rucklern an der Angel war nix!!

Somit haben wir das Angeln (für diesen Tag) aufgegeben und haben eine Erkundungstour mit dem Dinghi gemacht.

17.09.18

An der Küste entlang ging es nach Sesimbra. Auch hier haben wir geankert, direkt vor der Altstadt und dem Badestrand. Chris hat es sich nicht nehmen lassen, den Anker persönlich unter Wasser zu kontrollieren und gleichzeitig eine Opferanode gewechselt. Hier für unsere Nichtsegler: Eine Opferanode schützt die metallischen Gegenstände (wie z.B. Propeller, Antriebswelle, Ruderanlage..) indem sich die Blei-Zink Legierung durch Elektrolyse auflöst. Sa sich diese Opferanoden wie der Name schon sagt opfern=auflösen, müssen diese gewechselt werden. Das ist im Atlantik öfters als in der Ostsee, da der Salzgehalt höher ist.



Am folgenden morgen hat sich Chris erneut der Mission „Oktopuss“ gestellt. Und siehe da: Es hat sich gleich zwei davon geangelt:



Einen davon gab es direkt am Abend: zuerst gekocht und dann in Knoblauch angebraten, Lecker.

Noch etwas zu Sesimbra: Ein Küstenstädtchen, das auch vom Tourismus geprägt ist, aber trotzdem hat man beim Spazieren durch die Altstadt das Gefühl, es gibt sie noch: die richtig alten, portugiesischen Fischerdörfchen: direkt in den Hang gebaut; enge, gepflasterte Gassen für Autos viel zu schmal; alte Männer sitzen in der Sonne und spielen Domino; um die Ecke stehen die Frauen und besprechen das aktuelle Tagesgeschehen im Ort und an jeder zweiten Hauswand steht der Grill, für die Sardinen…..

Was auch bemerkenswert in Sesimbra war, ist ein Graffitikünstler, der sich an vielen Wänden verewigt hat. Immer ganz speziell, hier z.B. sind die gefliesten Kacheln an der Hauswand gleichzeitig auch im Motiv zu finden:



Oder hier das Abwasserrohr (rechts oben im Foto, das in der Wand verschwindet) und als Bild weiter verarbeitet ist:



Apropos portugiesisches Fischerdörfchen: Wir haben noch nicht über Lissabon berichtet: Bereits die Lage dieser Stadt ist einzigartig. Wo sich die mächtige Bucht des Rio Tejo verengt, um in den Atlantik zu münden, breitet sich das Häusermeer Lissabons aus und zieht sich weit über die sieben Hügel der weißen Stadt. Die Geschichte der portugiesischen Seefahrer, die den Seeweg nach Indien oder die Küste Brasiliens entdeckten, finden sich in vielen Denkmälern wieder. Die Straßen der traditionsreichen Stadtvierteln von Baixo, Alfama und Bairro Alto sind mit weißem Kalkstein und schwarzem Basalt in schönen Mosaiken gepflastert. Vor unserer Abfahrt nach Hamburg haben wir 3 Tage in der Marina Parque das Nações verbracht. Dieser Hafen wurde 1998 extra für die Weltausstellung Expo erbaut. Leider mittlerweile so versandet, daß nur noch ca. 1/3 der Liegeplätze genutzt werden. Auch das ganze Stadtviertel ist architektonisch sehr interessant und vielfältig. Ein Shoppingtempel „Vasco da Gama“, das Meeresaquarium, und der Bahnhof Oriente sorgen in dem eher ausgestorbenen Stadtteil für Belebtheit. Ganz im Gegensatz dazu ist die Altstadt mit Menschenströmen durchzogen. Bei einigen  Sehenswürdigkeiten heißt es Schlange stehen. Selbst beim Abendessen sollte man sich rechtzeitig einen Platz in einer der zahlreichen Kneipen und Restaurants suchen. Wir haben uns mit Silke und Hans in Lissabon getroffen und einen schönen Abend zusammen verbracht.



 

5 Kommentar

  1. …toll wieder von euch zu lesen! …einfach große Klasse!!!…man könnte schon etwas neidisch werden und die Fernweh erwacht auf’s neue…wie schön auch ….euch weiter auf diese Weise zu begleiten…zu sehen wie gut es euch geht! Nur weiter so!!!….

  2. Hallo Ihr Lieben , wieder mal tolle Bilder.Wir lassen es uns auch gut gehen ;grillen zwar keinen Octopus ,dafür Lämmer .Schweine und Hühner (-: ,liebe Grüsse aus Süddeutschland . Oma reni ,Sandi und Hu

  3. Liebe Mirlis, schön wieder das Fernweh von euch geweckt zu bekommen;). Wurde denn nach alter DIWA Norm getaucht?!? Tauche immer allein👌😀 Solltet ihr an den Kanaren vorbei kommen, wir sind demnächst da. Ganz liebe Grüße aus Hersfeld

  4. Hallo ihr Weltenbummler, schön zu sehen das es euch gut geht und Chris wieder ins Waaser kann. Vor allem wie bist du wieder in den Tauchanzug reingewachsen? Viele Grüße von Karl-Heinz und Jutta

  5. Sehr schöne Geschichten mit tollen Bildern. Wir verfolgen eure Abenteuer von Ägypten aus. Kommt ihr für einen Tauchgang vorbei?? Es ist auch herrlich warm hier. Lasst es euch weiterhin richtig gut gehen!! Viel Spaß. Grüße von den Welten- und Hochzeitsbummla.

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