von der Nordsee in die Ostsee..

Runter wischen

am 6.5.19 sind wir um 12 Uhr an die Tankstelle der Marina Dieppe gefahren und haben unsere Tanks incl. 2x20liter Kanister mit Diesel aufgefüllt. Wir wollten die Enge Dover/Calais mit dem Strom passieren und haben uns somit die Startzeit in Dieppe mit entsprechendem Tiedenstrom auf ca. 13Uhr errechnet. Den Strom hatten wir perfekt mit uns, nur war es mitten in der Nacht als wir Nahe dem Verkehrtrennungsgebiet den Hafen von Calais passierten. Neben einem unendlichen Lichtermeer von grünen und roten, blinkenden Fahrwassertonnen war auch in der Nacht viel Verkehr von großen Pötten und vor Allem reger Fährverkehr Calais-Dover-Calais. Zum Glück war nicht nur Augennavigation angesagt, sondern über unseren Plotter konnten wir Richtung und Geschwindigkeit der anderen Verkehrsteilnehmern besser abschätzen. Und nicht zuletzt waren auch noch unzählige Fischer in diesem Gebiet unterwegs, die aber leider ohne AIS ausgestattet waren, um vermutlich die besten Fischgründe nicht erkennen zu lassen. Auch waren diese mit einer hohen Geschwindigkeit unterwegs, die sich kaum einschätzen ließ. Nach ca. 3 Stunden anstrengender Wache zu zweit, um mit 4 Augen Ausschau halten zu können, war uns klar, daß wir die Passage Hoek von Holland (Einfahrt Rotterdam) und Ijmuiden (Einfahrt Amsterdam) bei Tageslicht passieren wollen. Nach dem Abenteuer Calais sind wir trotz einer Welle von 2m  dank dem Gezeitenstrom gut vorwärts gekommen. Nach 127sm haben wir somit am 7.5.19 um 13:30 in Blankenberge an der Belgischen Küste mit Hochwasser festgemacht.



Da uns die Heimat wie ein Magnet anzieht, haben wir uns nach nur einem Erholungstag und Belgischen Muscheln mit Fritten! und bei günstig anstehendem Wind, entschlossen direkt weiterzuziehen.



Ein Projekt für Blankenberge gabs jedoch noch: Da die Nächte unter Wache ganz schön kalt waren, hatten 50% der Besatzung ohne funktionierende Standheizung mit Meuterei gedroht. Somit gabs für den Bordmechaniker noch einiges zu tun: Unsere Standheizung hatte durch die Schräglage Salzwasser abbekommen und musste komplett auseinandergebaut, gereinigt und wieder trocken gelegt werden….



Start in Blankenberge, mit entsprechendem Strom und mit der Absicht Rotterdam und Amsterdam bei Tage zu passieren, war am Donnerstag, 9.5.19 um 2 Uhr morgens. Da die Einfahrt von Blankenberge über den Winter immer wieder versandet, waren dort Baggerarbeiten im Gange, um die Fahrrinne frei zu machen. Die Arbeiten mit den Baggern waren auch die Nacht hindurch und somit haben wir zuerst einmal den Bagger Vlanderen angefunkt und um Durchfahrt gebeten. Die wurde uns sofort gewährt und wir segelten in die sternenklare, aber kalte Nacht, die durch die funktionierende Standheizung halb so schlimm war.

Um 10.30Uhr am folgenden Tag haben wir vor der Einfahrt Rotterdam  MAAS Entrance auf VHF Channel 03 angefunkt und um Durchfahrt gebeten, die uns direkt gewährt wurde.



Somit konnten wir uns dem nächsten Ziel Einfahrt Amsterdam widmen, was gegen 16:00 Uhr auch problemlos war. Unsere Planung für unseren nächsten Zielhafen war immer noch unklar. Eigentlich hätten wir gerne noch einmal Helgoland angesteuert, was dann zur Mündung in die Elbe auch Sinn gemacht hätte. Aber laut der perfekten Berechnung der Tidenströme unserer Kontrollzentren in der Karibik und auf den Azoren, konnten wir die Elbmündung auf direktem Weg nach Cuxhaven wählen. An dieser Stelle liebe Grüße nach San Miguel und Grenada!! Es war einfach toll, Euch immer dabei zu wissen.😉🙋‍♀️🙋🏻‍♂️🦋

Um 5:30 Uhr am 11.5.19 haben wir im Amerikahafen in Cuxhaven festgemacht. Der erste Hafen in deutschen Gewässer seit fast einem Jahr. Nach einer Mütze Schlaf wollte ich schon mit Bootspapieren, Ausweisen und Versicherungsschein zum Einklarieren, da sagte Chris: „Neee, das brauchst Du hier nicht mehr!!“ Komisch, nur der Bootsname reicht??



Wir haben die Promenade in dem Touristenort Cuxhaven begutachtet und Erdbeerkuchen gegessen! Auch nach soviel Fisch und Meeresfrüchten der vergangenen Zeit sollte es heute Abend ein Wiener Schnitzel sein! Am Sonntag 12.5.19 sind wir passend mit dem Niedrigwasser Cuxhaven gegen 14:00Uhr Richtung Brunsbüttel und Nordostseekanal. Um 17:30Uhr konnten wir direkt bei Ankunft in die alte Schleuse einfahren und waren Punkt 18:00Uhr  im NOK. Tschüss Nordsee…



Hier unter Motor, aber mit gesetzter Genua sind wir weiter bis zum Gieselaukanal, so daß wir pünktlich um 21:00Uhr festmachen und dort die Nacht verbringen konnten.

Nach Ausschlafen und gemütlichem Frühstück ging es um 10:00Uhr am Montag, 13.5.19 los, um die restlichen 2/3 des NOK bis zur Schleuse nach Kiel Holtenau in Angriff zu nehmen. Bei Sonnenschein und angenehmer Temperatur konnten wir die zahrt grünen Wälder und herrlichen, gelben Rapsfelder genießen. Deutschland im Mai ist sehr schön! Kurz nach 15:00Uhr haben wir im Wartebereich vor der Schleuse Holtenau festgemacht und uns auf eine lange Wartezeit eingestellt, da von eigentlich 4 Schleusen lediglich eine in Betrieb war. Doch um 15:45 kam schon das Signal: ein weißes, unterbrochenes Licht, als Zeichen für die Einfahrt für die Segler, die die Schleuse nach den großen Pötten, dann auffüllen konnten. Somit waren wir bereits um 16:00 in der Kieler Förde. Hallo Ostsee….



Wir haben uns für den alten Fischerhafen von Laboe entschieden und direkt an der Promenade vor dem Büro der Seenotretter (DGzRS) einen Platz gefunden. Nach einem Einkauf (wo es endlich mal wieder Jever und Flens gab!) war bei der DGzRS ein  Dokumentarfilm mit anschließender Besichtigung des neuen Seenotrettungskreuzers „Berlin“ ausgeschrieben, was wir uns natürlich angesehen haben. Nach einem Sundowner vor herrlicher Kulisse der Kieler Förde gabs einen leckeren Burger.

Am Dienstag, 14.5.19 war das Schießgebiet in der Hohwachter Bucht als aktiv! gemeldet, somit mussten wir einen kleinen Umweg zu unserem nächsten Ziel Fehmarn in Kauf nehmen. Auf Fehmarn haben wir Orth angesteuert. Dort haben Ilja und Stefan, die wir auf Porto Santo kennengelernt haben, nach 5 Jahren Weltumsegelung sich niedergelassen und betreiben jetzt ein Gästehaus. Dieser Abstecher musste unbedingt sein! Schön, die beiden wieder getroffen zu haben.

Somit steht zum Abschluss unserer Reise ein letzter Schlag von Fehmarn Richtung Grömitz an! Das schaffen wir auch noch..



  

7 Kommentar

  1. Wunderschön zu lesen! Danke, Martina, für die regelmässige und kurzweilig geschriebenen Etappenberichte. Wir werden diese Lektüre vermissen. Wünschen euch ein gutes Ankommen zu Hause, und hoffentlich auf ein baldiges Wiedersehen irgendwo auf dem Meer. SY Lupina mit Crew Pia und Köbi

  2. Wie werde ich die Zeit ohne die tollen anregenden, mitreißenden Blogs überstehen 😉. Die Welt war mir dadurch so viel näher gekommen, wird mir fehlen. Wir müssen bald mal einen face to face Besuch machen👍😎 Gutes Ankommen daheim. Gerda

  3. Ihr Lieben, herzlichen Glückwunsch mittlerweile zu eurer Ankunft in Grömitz… Natürlich war es uns eine Herzensangelegenheit euch hier von den Azoren bei eurer tollen Leistung zu begleiten und euch immer sicher zu wissen! Wir werden alles dran setzten, dass wir uns bald wiedersehen… Jetzt feiert erstmal… ausgelassen und wild🥂🎉🎆🎺🎉🍻.. Ihr habt es verdient!!! 🙋🏻‍♀️🙋🏼‍♂️

  4. Hallo ihr Lieben
    Welcome back 😁
    Ich habe am Fernseher den Hafen Geburtstag angeschaut und immer darauf gewartet, dass die Tiger Blue unter grossem Applaus einfährt, mit einem stolzen Kapitän 👨‍✈️ Auf Deck und einer exzellenten Crew um sich. 🤷‍♀️ Ich freue mich dass ihr wieder gesund zuhause seid und wünsche euch gutes einleben.
    Ganz liebe Grüsse aus Züri und ne dicke Umarmung
    Christine

  5. Welcome back !!
    Schön, daß die Tiger Blue euch unversehrt zurück gebracht hat !
    Wir freuen uns sehr auf euch !!!
    Genießt die restliche Zeit bis zum „ Restart “
    LG von Martina L.

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